Ich war für einige Jahre in Ghana/Westafrika für ein nicht ganz unbekanntes deutsches Unternehmen der Elektrobranche tätig und verbrachte dort beruflich und privat einige der schönsten Jahre meines Lebens. Meine Ehe hier in Deutschland hielt das zwar nicht lange aus, aber so ist der Mensch nun mal, er sucht sich bald etwas Neues. So lernte ich auch eine der Schönen des Landes kennen und wir lebten einige Jahre gemeinsam in dem Haus, das mir die Firma angemietet hatte.
Das klappte auch trotz der unterschiedlichen Mentalitäten besagte Jahre über recht gut. Sie fragte nicht, ob ich sie mit nach Deutschland nehmen würde und diese Tatsache stärkte mein Vertrauen in die Stabilität unserer Beziehung. Hin und wieder kamen mich Freunde aus Deutschland und sogar meine Exfrau besuchen und sie bestätigten mir, dass die Beziehung mit meiner (mittlerweile) Verlobten auch nach außen sehr natürlich wirkte. Ich begann, ans erneute Heiraten zu denken und entschloss mich dann, diesen Weg auch zu gehen. Zu meiner großen Freude war meine Partnerin einverstanden.
Dies sprach sich bald im Freundes- und Verwandtenkreis herum und Hochzeitsgäste kündigten sich an. Den Termin hatten wir für den 31. Dezember anberaumt, also für Silvester. Letzlich kamen meine zwei besten Freunde aus der Studienzeit für knapp zwei Wochen und mein Bruder samt Frau für drei Tage. Platz im Haus war genug. Mit meinen Kumpels fuhr ich dann einige Tage in Ghana umher und brachte ihnen Land und Leute näher. Wir hatten eine Menge Spaß.
Dann war der große Tag jedoch gekommen. Die Trauung fand im zentralen Standesamt statt und plötzlich waren wir verheiratet … so schnell kann es dann doch gehen. Anschließend fuhren wir in unser Haus und natürlich musste erst einmal angestoßen werden. Das Ghanaische Bier ist so schlecht nicht und wir mussten uns zusammenreißen, dass wir den Abend noch einigermaßen nüchtern erreichten. Am späten Nachmittag stieg dann die kombinierte Silverster-Hochzeits-Party. Es gab ein großes Buffet, bestehend hauptsächlich aus leckeren regionalen Speisen, aber auch einigen Snacks aus der europäischen Küche. Die Feier fand unter freiem Himmel statt und sogar das Wetter spielte mit. Ich hatte einen Diskjockey mit seiner Anlage engagiert und nachdem das Hochzeitspaar den Floor eröffnet hatte, schwangen auch die anderen Gäste das Tanzbein. Von Seiten meiner Frau waren natürlich derer noch viel mehr geladen, als mein persönliches kleines Häuflein. Das Treiben auf unserer Party war ausgesprochen bunt, vor allem wegen der farbenprächtigen Kleidung, die unsere einheimischen Gäste trugen. Die Musik war teilweise exotisch und gewöhnungsbedürftig, ging dennoch aber voll ab. Je weiter der Abend vorrückte, um so ausgelassener gestaltete sich unsere Party. Bevor wir uns versahen, war es kurz vor Mitternacht. Meine Kumpels hatten doch tatsächlich einige Feuerwerksraketen mitgebracht ! Wenn die bei der Gepäckkontrolle entdeckt worden wären, hätte es bestimmt Ärger gegeben. So aber flogen diese Punkt 24 Uhr in den afrikanischen Himmel. Super, super ! Wir saßen dann noch zwei, drei Stunden beieinander, genossen die tropische Nacht und das gekühlte Bier und schwadronierten über Gott und die Welt. Eine rundum gelungene Silvesterparty !